Die Rolle von Vitamin D3 bei der Verlangsamung der degenerativen Prozesse bei Multipler Sklerose und CCSVI
Bei der chronisch cerebrospinalen venösen Insuffizienz (CCSVI)
handelt es sich um eine Erkrankung, die die Durchblutung von Rückenmark
und Gehirn beeinträchtigt. Verursacht wird sie durch eine Blockade der
inneren Drosselvenen oder anderer großer Venen. Es wird vermutet, dass
sie an der Entstehung der Multiplen Sklerose beteiligt ist.
Da der Kalziumspiegel im Blut bei Multiple-Sklerose-Patienten verändert ist, ergaben Studien, dass eine Ergänzung mit Kalzium und insbesondere mit Vitamin D3 (auch 25-Hydroxyvitamin D genannt) möglicherweise die Blutgefäße schützen und das Multiple-Sklerose-Risiko mindern kann. Medikamente gegen Multiple Sklerose sind außerordentlich teuer, so dass sich viele Patienten keine Behandlung leisten können. Diese neue Entdeckung bietet gerade für sie enorme Hoffnung.
CCSVI
Die CCSVI entsteht, wenn der Fluss von sauerstoffarmem Blut in den Venen zum Herzen aufgrund einer Blockade unbekannter Ursache verändert wird. CCSVI ähnelt der chronisch venösen Insuffizienz (CVI), bei der der venöse Blutfluss aus den Extremitäten infolge einer Blockade in den Beinvenen beeinträchtigt ist. Viele Multiple-Sklerose-Patienten kennen diesen Zustand, der durch einen verminderten Blutfluss und Verengungen der Venen in der Umgebung von Rückenmark und Gehirn entsteht.
Bei der Multiplen Sklerose handelt es sich um eine entzündliche
Erkrankung des Zentralnervensystems. Es entsteht eine Demyelinisierung
der Nerven des Körpers, das heißt, sie verlieren die Myelinscheiden,
welche die Nerven mit einer schützenden Schicht fettigen Materials
umgeben. Das Myelin hilft den Nerven, die Impulse zwischen Rückenmark,
Gehirn und anderen Teilen des Körpers weiterzuleiten. Der Verlust oder
die Zerstörung des Myelins löst die Symptome der Multiplen Sklerose aus.
Die Wissenschaftler haben die Ursache dieses Phänomens noch nicht
gefunden. Der Ort der venösen Blockaden zeigt, wo sich die MS
manifestiert und gibt auch Hinweise darauf, in welche Richtung sie sich
möglicherweise fortsetzt.
Eisen und Kalzium
Im Journal of Neurological Sciences wurde berichtet, dass neben anderen Umweltfaktoren auch Eisenablagerungen in Gehirn und Venen von MS-Patienten gefunden wurden, die gleichzeitig an CCSVI litten. Weitere Studien sind nötig, um sichere Beweise dafür zu liefern, dass die Eisenablagerung mit CCSVI in Verbindung steht.
Da Kalzium – aus dem Essen oder Ergänzungsmitteln – sich an Eisen bindet und dessen Absorption im Körper hemmt, kann es für CCSVI-Patienten nützlich sein, die Versorgung mit Kalzium zu erhöhen, um die Eisenablagerungen aus den Blutgefäßen zu entfernen. Konsultieren Sie einen Arzt oder Heilpraktiker, der sich auf dem Gebiet auskennt. Und behandeln Sie die Erkrankung keinesfalls auf eigene Faust.
Kalzium, Vitamin D und MS
Im Ratgeber Practical Neurology der Zeitschrift Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry wird erklärt, dass eine Ergänzung mit Vitamin D3 und Sonnenlicht möglicherweise das Risiko der Entwicklung einer Multiplen Sklerose mindern. Der Vitamin-D3- und der Kalzium-Stoffwechsel stehen über die normalen Körperfunktionen miteinander in Verbindung. Bei einem Vitamin-D3-Mangel kann der Körper Kalzium nicht richtig verstoffwechseln. Es heißt, bei MS-Patienten könne zusätzlich zu einem Vitamin-D3-Mangel auch der Serum-Kalzium-Spiegel im Blut verringert sein.
Die Rolle des Kalzium- und Vitamin-D3-Spiegels im Serum und die Beziehung beider zueinander und zur Multiplen Sklerose müssen weiter erforscht werden, um die Wechselwirkung genauer zu
bestimmen. Nach Lage der Dinge wird jedoch eine Ergänzung mit Vitamin D3
und Kalzium hilfreich sein, den degenerativen Prozess bei der MS zu
bremsen.


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